| LAND-LEUTE | GRAN CANARIA, 14. 03. 2008 - 14:14 |
Nachrichten vom 14.03.2008 Tageszusammenfassung von Mix101
| · Nach der Wahl zum spanischen Parlament am vergangenen Sonntag analysieren auch auf den Kanaren die Parteispitzen ihre Wahlerfolge oder Wahlniederlagen. Die nationalistische Coalición Canaria hat mehr als 70.000 Stimmen gegenüber 2004 verloren. Dies liegt aber auch daran, dass sich der Parteiflügel aus Gran Canaria zwischenzeitlich als eigenständige Partei abgespalten hat. Die Coalición Canaria ist nach den Sozialisten und Konservativen nur noch drittstärkste politische Kraft auf den Inseln. Im Kongress sind sie nur noch mit 2 Abgeordneten vertreten und haben den Fraktionsstatus verloren. Wahlsieger sind die Sozialisten, und der kanarische Sozialist Aguilar dürfte wohl ins Kabinett in Madrid als Minister einziehen. Die konservative Partido Popular verzeichnete besonders in der Inselmetropole Las Palmas hohe Stimmenverluste. Insgesamt konnten die Konservativen aber ihr Ergebnis von 2004 auf den Kanaren halten. Schmerzhaft für die auf den Kanaren regierende Koalition aus Nationalisten und Konservativen ist die Tatsache, dass sie in den nächsten 4 Jahren wieder mit einer ungeliebten sozialistischen Regierung in Madrid leben müssen. Trotzdem hat sich die Coalición Canaria angeboten, bei der Wahl des Regierungschefs für Zapatero zu stimmen. · Der Verband der Fahrradfreunde der Inselmetropole Las Palmas macht Druck auf die Kommunalpolitik. Die Stadt gehört zu den dreckigsten und lautesten Städten Spaniens, aufgrund der hohen Verkehrsdichte, und alternative Verkehrsmittel wie das Fahrrad sind bisher lebensgefährlich. Deshalb drängt der Verband auf ein zunächst 14 Km langes Fahrradwegnetz, das das die wichtigsten innerstädtischen Punkte verbindet. · In La Aldea de San Nicolás, im Südwesten unserer Insel, ist die Tomate Wirtschaftsfaktor Nummer eins. Fast die gesamte Gemeinde lebt vom Tomatenanbau. Die Landwirte befürchten nun aber das Ende des traditionellen Anbaus. Ganze Familien verlassen den Ort, weil die Branche in einer existenzgefährdeten Krise steckt. Die Situation ist dramatisch, so der Präsident des Verbandes der Tomatenanbauer. Wir benötigen dringend finanzielle Hilfe. Durch Schädlinge vernichtete Ernten, Preisverfall auf den Exportmärkten, gestiegene Zinsen und hohe Transportkosten haben der kanarischen Tomate schwer zugesetzt. Ohne staatliche Hilfe sind wir in 3 Monaten weg vom Fenster, so Verbandspräsident, José Franco. · Nicht nur die Abschwächung der europäischen Konjunktur und die verbesserungswürdige Qualität macht den kanarischen Touristikern das Leben schwer. Auch der schwache US- Dollar trägt dazu bei, dass potentielle Kunden, besonders aus den wichtigen Quellenmärkten, Großbritannien und Deutschland, aufgrund des günstigen Dollars ihren Urlaub außerhalb der Euro- Zone, wie in Ägypten oder der Türkei, verbringen. Die Politiker der beiden großen Kanareninseln Gran Canaria und Teneriffa haben jeweils noch ein Großprojekt auf ihrer Wunschliste: Schnellzüge sollen auf unserer Insel die Metropole Las Palmas mit Maspalomas verbinden, und auf Teneriffa soll ein Zug von Santa Cruz de Tenerife bis in den touristischen Süden, nach Playa de las Américas führen. Mit der geplanten U- Bahn in Las Palmas belaufen sich die Kosten auf etwa 4 Milliarden Euro. Genau diesen Betrag wollen die Inselpolitiker nun beim spanischen Infrastrukturministerium einfordern.
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